Bastian Oczipka: Freue mich wie ein kleines Kind

Nach mehrmonatiger Pause aufgrund einer Leistenoperation ist Bastian Oczipka zurück im Mannschaftstraining. Auf schalke04.de spricht der 29-Jährige über seine Verletzung, neue Konkurrenz auf der linken Seite, den königsblauen Saisonstart und seine Comeback-Pläne.

Bastian, wenn wir in dein Gesicht schauen, können wir die Zufriedenheit über dein Trainings-Comeback direkt erkennen.
Ich freue mich auch wie ein kleines Kind, dass ich endlich wieder trainieren darf. Zwar sind aufgrund der Länderspielabstellungen momentan nicht alle Spieler auf Schalke, dennoch ist es ein schönes Gefühl, nicht mehr allein trainieren zu müssen.

Wegen einer Leistenverletzung warst du einige Monate nicht einsatzfähig. Wie schwer war die Zeit für dich?
Es war nicht einfach, das ist doch klar. Gerade bei einer Leistenverletzung kann man nicht immer genau sagen, was Sache ist. Eigentlich hatten wir gedacht, dass ich sogar noch länger aussetzen muss. Zum Glück ging es nun schneller als erwartet. Ich bin schmerzfrei und körperlich bereits ganz gut drauf.

Ich bin schmerzfrei und körperlich bereits ganz gut drauf.

Bastian Oczipka

Die ersten Probleme hattest du bereits in der Rückrunde der vergangenen Saison.
Das stimmt. Ich habe auf die Zähne gebissen, aber so wirklich weg waren die Schmerzen nie. Ich hatte gehofft, dass es im Sommer mit weniger Belastung abklingt. Das war leider nicht der Fall.

Du hattest auch gehofft, dass es auch ohne Operation geht. Wie bitter war die Nachricht im Juli, dass ein Eingriff unumgänglich ist?
Sehr bitter, da ich in der Sommerpause alles dafür getan habe, um fit zu werden. Ich hatte sogar einen Physiotherapeuten im Urlaub an meiner Seite. Am Ende war das leider alles für die Katz. Mental war diese Phase nicht ganz einfach. Zum Glück ist diese Zeit nun vorbei.

Nicht ganz einfach war auch der Saisonstart. Wie hast du die Spiele verfolgt?
Ich saß auf der Tribüne und war ebenso wie alle anderen Zuschauer auch enttäuscht. Deshalb bin ich froh, dass wir zuletzt drei Siege in Serie feiern konnten und wichtige Schritte in die richtige Richtung gemacht haben.

Mit Hamza Mendyl wurde ein neuer Spieler auf deiner Position verpflichtet. Wie siehst du diesen Transfer?
Absolut sinnvoll, da es zunächst ja auch danach aussah, dass ich länger fehlen würde. Deshalb war es doch klar, dass der Verein auf meiner Position nachlegt. Domenico Tedesco hat mir vorab gesagt, dass noch ein Linksfuß kommen wird. Ich finde gut, dass der Trainer so offen mit mir kommuniziert. Hamza ist noch ein junger Spieler, der in den vergangenen Partien aber bereits gezeigt hat, dass viel Potenzial in ihm steckt.

Wir haben viele Spiele vor der Brust. Jeder Einzelne wird seine Einsätze bekommen.

Bastian Oczipka

Ihr beide konkurriert künftig um einen Platz in der ersten Elf.
Es ist doch klar, dass ich gerne spielen möchte. Das will jeder Spieler. Vielleicht können Hamza und ich auch zusammenspielen. Wir dürfen auch Baba nicht vergessen. In den kommenden Wochen und Monaten haben wir eine Vielzahl an Spielen vor der Brust. Daher wird jeder Einzelne auch seine Einsätze bekommen.

Wann wirst du wieder eine Option für den Kader sein?
Athletisch bin ich bereits auf einem sehr guten Level. Wenn es zuletzt nicht drei Englische Wochen in Serie gegeben hätte, wäre ich vielleicht schon früher ins Mannschaftstraining eingestiegen. Aber so hatte es keinen großen Sinn, da die Mannschaft fast nur unterwegs war. Stattdessen habe ich mit Benjamin Stambouli viele Läufe absolviert. Das Fußballerische wird jetzt von Tag zu Tag kommen. Denn Spielformen sind immer noch etwas anderes als individuelle Einheiten. Ich hoffe, dass ich möglichst schnell wieder bei einem Spiel auf dem Platz stehe.

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